Was den Wein prägt: Die Behältnisse.
Stahl, Holz, Beton oder Ton



Holzfässer lassen mehr Sauerstoff an den Wein als Stahlfässer - die Aromen entfalten sich früher.

Das traditionelle deutsche Rotweinfass ist das sogenannte Halbstück mit 600 Litern Fassungsvermögen, meist aus Eiche gefertigt. Das größte deutsche Holzfass steht im Schlosskeller zu Heidelberg und fasst 221.726 Liter.

Bereits vor der Jahrtausendwende wurde auch in Deutschland der Ausbau von sehr hochwertigem Rotwein in Barriques, Holzfässern aus französischer Eiche, mit 225 Liter Fassungsvermögen zunehmend üblich. Die Barriques entziehen und bereichern Stoffe. Sie halten durch Reduktion den Wein frisch. Das gesteuerte Aufrühren der Hefe durch den Winzer kann diese Frische wieder etwas nehmen.

Rotweine werden in den deutschen Anbaugebieten, anders als vor 30 Jahren, länger auf der unerhitzten Maische gelassen und länger im Holzfass zur Extraktion der Gerbstoffe ausgebaut.

Tonamphoren waren die Weinbehälter im alten Rom. Heutzutage üben sich einige Winzer wieder mit diesen ursprünglichen Gefäßen aus Ton.

Wein wird oft zum Ende hin geschönt. Der Schwefelgehalt wird gemessen und noch einmal eingestellt, damit der Wein nicht zu schnell oxidiert und infolgedessen abflacht.

Nach Abfüllen auf die Flasche präsentiert sich der Wein oft eine bestimmte Zeit dumpf und unharmonisch. Anschließend erfolgt eine Fruchtphase mit traubigen Aromen.
Hernach eine ein- bis zweijährige Reifephase bei Rotweinen mit langsamer Bildung von Aromen. Kleine Weine bleiben dann verschlossen, die Großen entwickeln nach dieser verschlossenen Phase die Aromen.

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