Weingebiete und ihre winzer
- Weinbaugebiet wÜRTTEMBERG -
Weingebiete und ihre winzer
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Weingebiete und ihre winzer
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Das tägliche Viertele, damit ist Wein gemeint, lassen sich viele Württemberger auch heute in den wichtigen Hightech-Zentren nicht nehmen, und meist ist es das Viertele Rotwein.
Die Hügellandschaft am Neckar mit seinen Nebenflüssen bildet mit 11.500 ha ein geschlossenes Weinbaugebiet, das fünftgrößte in Deutschland. Ein kleiner Bereich am bayrischem Bodenseeufer in Kressborn und bei Lindau gehört weingeographisch ebenfalls dazu. Etwa 70 Prozent fällt auf den Rotweinanbau, und das seit dem 16 Jahrhundert traditionell.
Das Kontinentalklima mit fast 1700 Sonnenstunden zusammen mit den schützenden Bergen des Odenwalds im Norden und denen der Schwäbischen Alp und dem Schwarzwald im Süden sowie die Mergel- und Mergel-Gips-Böden aus geschichteten 200 Millionen Jahre alten Meeressedimenten schaffen ideale Reifebedingungen für Trollinger, Lemberger, Spätburgunder. Riesling, Schwarzriesling, Syrah und Cabernet Sauvignon profitieren ebenfalls von den guten Bedingungen.
Die dunkelfarbigen, konzentrierten Lemberger mit viel Würze sind im Aufwind. Die einheimischen Winzer sind stolz aufs „oigne Gewäx“, und so liefern viele Winzer mit kleinen Parzellen ihre Weine in einer der über 50 Genossenschaften ab. Die Spitzengruppe und die Biowinzer in Württemberg nehmen zu. Es gibt aber auch Betriebe, die weiterhin die Entwicklung des deutschen Weines nicht wahrnehmen und den Anrainern, die sich „eingetrunken“ haben, noch immer wie eh einen schwachfarbigen, leichten, gerade gebietstypischen Rotwein fürs tägliche Viertele zum stolzen Preis verkaufen.
In Württemberg wurde bereits im römischen Reich Wein angebaut. 766 wurde der Weinbau hier erstmals durch eine Schenkungsurkunde des Kloster Lorch nachgewiesen. Bis zum 10. Jahrhundert wurde Weinbau im Unterland, im Neckargau und um Heilbronn in Tälern oder mäßig steilen Lagen betrieben. Führend waren die Klöster im Weinanbau.
In den folgenden 300 Jahren wurden auch neckaraufwärts die Täler der Flüsse Enz, Jagst, Kocher, Murr und Fils mit Reben bestückt. Nicht nur der Klerus besaß die Weinanbauflächen, zunehmend auch adlige Grundherren sowie Bürger aus weiter entfernten Städten.
Um 1400 wurde dann ein Flächenmaximum erreicht, selbst Randgebiete vom Odenwald und Hochflächen der Schwäbischen Alb wurden mit Reben bestückt. Viele Weinberge waren mit dem Klevner bepflanzt und der Wein konnte als Qualitätswein oft unter der Bezeichnung Neckarwein in andere Regionen verkauft werden. Erst nach den Pestwellen um 1350 kam das Flächenwachstum zum Stillstand.
Die Grafen von Württemberg förderten im Verlauf den Weinanbau, viele Rebflächen wurden verpachtet, es gab aber auch eigenständigen Winzerbesitz. Für Adel und Klerus war der Weinzehnt eine wichtige Einkommensquelle. Um Stuttgart und Heilbronn wurden auch im 15. Jahrhundert noch zusätzliche Weinanbauflächen geschaffen. Die Anbaufläche in Württemberg stieg auf etwa 45.000 ha, der vierfachen heutigen Fläche. Der Pro-Kopf-Verbrauch in der Bevölkerung mit bis zu 0,5 Litern pro Tag war enorm, Wein galt als reines, gesundes Getränk.
Nach 1500 kam es in ganz Deutschland zu einer Klimaveränderung mit frostreichen Wintern. Nach 1620 dezimierte der 30jährige Krieg die Bevölkerung um 30 Prozent, in Armut wurde mehr günstigeres Bier getrunken. Weinanbauflächen wurden zerstört und später nur teilweise wiederinstandgesetzt. Die ertragreiche Sorte Tokajer wurde wegen ihrer Ergiebigkeit angebaut, reifte aber oft nicht aus, die Qualität der württembergischen Weine reduzierte sich.
Im frühen 19. Jahrhundert kam es in Württemberg zu systematischen Verbesserungen des Weinbaus, Rieslingreben aus dem Rheinland wurden eingeführt und 1825 wurde eine Weinverbesserungsgesellschaft gegründet. 1880 kam der falsche Mehltau und kurz darauf die Reblaus auch nach Württemberg. Weingärtnergenossenschaften wurden gegründet, um das Wissen über Hybridreben zu verbreiten.
Der erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise in den 20 er Jahren erfassten auch den Weinbau in Württemberg. Erst nach 1930 stieg die Weinproduktion bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs. Die romantische Weinbaugemeinde Lauffen am Neckar wurde zwischen 1940 und 1945 37 Luftangriffen bombardiert. Hermann Göring hatte auf dem Großen Feld bei Laufen eine Attrappe des Stuttgarter Hauptbahnhofs mit Strohmatten, Holzgebäuden und aufblitzenden elektrischen Leitungen aufgebaut. Die Lauffener Bevölkerung bekam erhielt Luftschutzbunker. Nach 1942 wurde Stuttgart selbst dann doch massiv bombardiert und etwa 50 Prozent aller Gebäude zerstört.
In der Aufbauzeit und auch in den Jahren des Aufschwungs war Württemberg vom Trollinger gezeichnet, mit einem anhaltend schlechtem Image außerhalb der Region. Schwunglose Trollinger-Genossenschaftweine waren eben etwas günstiger als individuell vom Einzelwinzer angebotenen Lemberger oder Schwarzriesling. Und wenn die Trauben nicht ganz reif wurden, war der Wein so, wie ihn „dr Herrgott hot waxe lasse“.
Erst nach sukzessiver Umstellung einzelner Weinberge um die Jahrtausendwende – weg vom Trollinger hin zum Lemberger – entstand bei einzelnen Winzern eine Qualitätsoffensive, die dazu geführt hat, dass die Weine weltläufiger wurden. Zu einer Verbesserung im Anbau der schon heimischen Rebsorten Lemberger, Dornfelder und Blaufränkisch kamen die Gruppe neuer Schöpfungen mit tieffarbigem Cabernet Sauvignon und Cabernet Cubin, die in die Klimazone passen.
Die über 500 ha große Einzellage „Katzenbeißer“ um Lauffen am Neckar, deren Spitzenlagen nicht einzeln benannt sind, bringt verschiedenste Qualitäten hervor, ohne dass ein wahrer Charakter der einzelnen Katzenbeißer-Weinberge erkennbar wird.
Die lange Zeit festgefahrene Welt des württembergischen Weins wird inzwischen mit herausragenden Produkten von einzelnen Winzern mit hypermodernen Verkostungsräumen und Kelleranlagen durchbrochen – und von einer zunehmenden Biowinzerszene.
Weingut Schnaitmann, 70734 Fellbach, Rainer Schnaitmann
24 ha, EU-Öko, VDP
Seit über einem Jahrzehnt bearbeitet Rainer Schnaitmann seine Weinberge ökologisch, ganz früher hat er kurze Zeit – wie seine Eltern und Großeltern – die Traubenernte noch in der Winzergenossenschaft abgegeben. Nach seinem Önologiestudium in Geisenheim und einer Ausbildung bei Jürgen Ellwanger, dem württembergischen Zweigelt-Papst, stellte Schnaitmann den Betrieb auf eigene Vermarktung um.
Nicht nur die Nähe zu Stuttgart – Fellbach liegt in der Stuttgarter Vorortzone – führte zu einer heute noch wachsenden Fangemeinde, die in der hellen, kultigen Vinothek oft (leider bereits ausverkaufte) Weine verkostet. Mehrfach waren die Schnaitmann-Spätburgunder mit Himbeeraromen, eingebunden in Gerbstoffe, bei hochkarätigen Blindproben von Weinen aus der ganzen Welt unter den Besten oder sogar die Nummer Eins.
Ähnlich Schnaidmanns Sauvignon blanc, dessen Reben einen größeren Teil der Dornfelder-Reben ersetzt haben. Der Trollinger wurde ebenfalls durch weiße Reben ersetzt.
Die Weine werden spontan vergoren. Weiße werden im Stahltank oder Barrique, Rote im Holzfass ausgebaut. Die Lemberger werden extrem dicht und komplex, die weißen Burgunder erscheinen geschmeidig unkompliziert mit Charakter und die Rieslinge sind edel mineralisch.
Angebaut werden 25 % rote Burgunder, 15 % Lemberger, 10 % Merlot, 10 % Sauvignon blanc und 10 % Trollinger sowie ein kleiner Teil weiterer Sorten, wobei der Anteil an weißen Reben noch weiter steigt.
Der Fellbacher Lämmler bildet das qualitative Herzstück des Weingutes mit Burgundersorten, Lemberger und Riesling. Die Spätburgunderreben sind über 40 Jahre alt. Schnaidmann findet auch für neue Rebsorten immer den optimalen Standort, seine langjährige Erfahrung machen auch seine Ausnahmeweine zu besten Überraschungen.
Weingut Beurer, 71394 Kernen-Stetten, Marion und Jochen Beurer
10 ha, Demeter, Ecovin, VDP, Junges Schwaben, Slow Food
Die Eltern von Jochen Meurer gaben ihre Trauben noch in der Winzergenossenschaft ab. 1997 startete Jochen Meurer dann mit seinem Weingut nahe Stuttgart die Selbstvermarktung. 2003 gab es die ersten Versuchen zur biodynamischen Anbauweise und 2009 die Zertifizierung durch Ecovin und 2012 durch Demeter.
Beurer ist Weißweinspezialist, 20 Prozent seiner Weine sind aber auch gelungene Rote. Die Weine sind unkopierbare Originale geworden durch Maischestandzeiten, Verzicht auf Reinzuchthefen und konsequente biodynamische Bewirtschaftung. Beurer spricht vom „antiautoritären Weinanbau“.
Schon die Basisweine sind sponti-geprägt lebendig, die Rieslinge geradlinig und frisch . Die großen Gewächse brauchen Zeit und sind komplex.
Besten Lage ist der Stettener Pulvermächer. Der Grauburgunder von dort besticht mit salziger Mineralität als komplexer Wein. Der Riesling GG mit vollmundiger Würze und Mineralität braucht Zeit.
Eine Rarität ist der Anbau verschiedener alter Rebsorten auf einer Parzelle zwischen Kräutern, Bäumen und Mauern.
Weingut Doreas, 73630 Remshalden-Grunbach, Dorothee Wagner-Ellwanger
8 ha, Ecovin, DE-Öko-022
2007 wurde die Sellbstvermarktung im Aussiedlerhof von Dorothee Wagners Eltern aufgenommen. Neben Spätburgunder, Syrah und Merlot und Chardonnay werden pilzwiderstandsfähige Sorten wie Johanniter und Cabernet blanc angebaut und in Cuvées verarbeitet. Die Weine sind sortentypisch, gehaltvoll mit viel Kraft.
Die Kollektionen legen zu. Die beiden Söhne haben Ihr erstes Projekt, den Cuvée-Carol erstmals 2018 aufgelegt. Beide haben Erfahrungen in Württemberger Topweingütern, der eine im biologischem Topweingut Schnaidmann, der andere im konventionell arbeitendem Topweingut Ellwanger. Das wird sicher gut.
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Weingut Forsthof, 71711 Steinheim-Kleinbottwar, Andreas und Bettina Roth
12 ha, Naturland, DE-Öko-022
In dem wunderschönen Bottwartal wird seit Römerzeiten Wein angebaut, das Interessante ist der Rothsche Hinweis auf die Rückbesinnung. Wieder ohne chemische Spritzmittel bewirtschaften wie in den 2000 Jahren zuvor. Algenpräparate, Backpulver und Kräuterbrühen werden nur im Notfall eingesetzt, im Vordergrund steht die Pflanzenstärkung. Und: vier Generationen leben unter einem Dach.
Ein breites Spektrum von Weinen wird erzeugt. Rot: Acolon, Regent, Samtrot, Muskattrollinger, Merlot, Trollinger, Spätburgunder und Lemberger. Weiß: Riesling, Kerner, Weiß- und Grauburgunder, Cabernet Blanc. Piwis wie Cabernet Carbon, Muscaris, Cabernet blanc und Regent dienen im Keller auch dem Experimentierfeld mit Cuvées.
Das Weingut erhielt 2017 den Internationalen PIWI Weinpreis 2017 in Gold mit 95 Punkten in der Kategorie Rotwein sowie mit 90 Punkten in der Kategorie Weißwein. Herausragend präsentieren sich immer wieder Lemberger aus dem Barrique sowie der Grauburgunder trocken, aber auch immer wieder einzelne Cuvées wie der weiße Ars Vinitoris.
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Ökoweingut Halter, Klaus und Barbara Halter, 74172 Neckarsulm
5 ha, Ecovin
Die alteingesessene Familie betreibt seit Generationen Weinbau. 1984 wurde das Weingut von Klaus und Barbara Halter gegründet. 1984 erfolgte der Beitritt bei ECOVIN.
Der Großteil der Rebflächen befindet sich am Südhang des 300 Meter hohen Scheubergs. Eine kleinere Rebfläche wir auf dem Weinberg Ranzenberg bearbeitet. 65 Prozent der Weine sind Rote. Angebaut werden Trollinger, Lemberger, Regent, Acolon, Spätburgunder und Samtrot. Bei den Weißen sind es Riesling, Chardonnay, Cabernet Blanc und Gewürztraminer.
Die Trauben werden von Hand gelesen. Die Roten durchlaufen die traditionelle Maischegärung ohne Erhitzung. Alle 3 Stunden wird die Maische von Hand niedergedrückt, es werden keine Pumpen eingesetzt. Die Weißen und ein Teil der Roten reifen im Edelstahltank. Der überwiegende Teil der Weine wird trocken ausgebaut. Der Öko-Winzersekt wird durch traditionelle Flaschengärung hergestellt und während des Reifevorgangs handgerüttelt.
Sohn Florian Halter hat die Ausbildung zum Weinbautechniker an der LVWO in Weinberg abgeschlossen und praktiziert den ökologischen Gedanken auf dem Weingut Halter weiter.
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Ökoweingut Häußermann, Marlene und Albert Häußermann, 71336 Waiblingen
19 ha, Demeter, ECOVIN, DE-ÖKO-006
Die Familie ist 1654 aus der Schweiz in das Remstal eingewandert. Im Remstal reifen die Trauben auf den sonnenverwöhnten steilen Hängen des Familienweingutes am Schlossberg in Winnenden-Bürg auf Keuperböden.
Seit 2010 ist das Gut biozertifiziert und wird biodynamisch betrieben. Die Zertifizierung durch Demeter erfolgte 2014. Der Weg der Erkundung des ganzheitlichen Naturverständnisses führte zu einem neuen Lebens- und Weinstil. Marlene und Albert Häußermann bearbeiten die Weinberge gemeinsam mit ihren Kindern Simone und Tom.
Angebaut werden Spätburgunder, Lemberger, Trollinger, Riesling, Muskatrollinger, Cabernet Dorsa, und Sauvignon Blanc, seit 2002 auch Merlot.
Den Weinen wir Platz gelassen zur Entwicklung eigener Aromen, die Maischestandzeiten betragen zum Teil mehrere Wochen. Alle Weine werden spontan mit natürlichen traubeneigenen Hefen vergoren.
Die Gutsweine werden im kleinen Holzfass ausgebaut, die Roten lagern bis zu 16 Monaten. Die komplexen Premium-Rotweine werden in kleinen, schon mehrfach genutzten Holzfässern ausgebaut und zum Teil unfiltriert abgefüllt. Ein mit Bienenwachs behandelter Naturkorken verschließt diese besonderen Flaschen.
Die Sekte werden in traditioneller Flaschengärung produziert. Besonders ist der Orange Riesling. Premium-Weine sind mit ‚Reserve‘ gekennzeichnet, sie sind strukturiert mit Fülle und werden hochbewertet.
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Weingut Heid, 70734 Fellbach, Markus Heid
10 ha, Ecovin, VDP
Das 1699 gegründete Weingut wird von Markus Heid wird in der 10. Generation geführt. Er hat es 1996 von seinen Eltern übernommen. Das Weingut mit seinem historischen Gewölbekeller liegt inmitten der Fellbacher Altstadt. Die neu gestaltete Vinothek wurde mit dem Hugo-Häring-Preis des Deutschen Bundes der Architekten ausgezeichnet.
Jeder Weinstock soll sich wohl fühlen. Die aus kleinen Parzellen stammenden Weine werden getrennt ausgebaut. „Klein, aber fein“ ist die Maxime. Beste Lagen sind der Fellbacher Lämmler mit dem komplexen Spätburgunder GG und der Stettener Pulvermächer mit dem eleganten nachhaltigen Riesling GG.
75 Prozent der Reben sind Rot. Viele Trollinger-Reben wurden durch Lemberger ersetzt, es entstehen große kraftvolle Lemberger. Die Roten werden meist in gebrauchten Barriques ausgebaut oder bis zu 22 Monaten in neueren Barriques. Der Ausbau der Weißen erfolgt meist im Edelstahl, einige füllige Rieslinge und auch Sauvignon blanc im gebrauchten Holzfass.
Heid hat ein Händchen für Cuvées und auch die Experimente mit schwefelfreien Weinen und mit PIWIS gelingen.
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Weingut Hirth, 74182 Obersulm-Willsbach
10 ha, Ecovin, EU-Bio, DE-ÖKO-003, Biokreis
2010 übernahm Helmuth Hirth früher als vorgesehen das Familienweingut. Seine Stellung in einem bekannten hanseatischen Weinhandelshaus wollte er nicht vollständig aufgeben. Und so holte er den erfahrenen Weinbautechniker Gebhard Steng und den Kellermeister Frank Kayser in sein Team, welches hochqualitativen Biowein garantiert.
So zeigen auch die letzten Kollektionen ein zuverlässig hohes Niveau. Die Erträge werden reduziert, den Trauben im Berg und dem Wein im Keller wird Zeit gegeben. Spitzenprodukt ist das Cuvée Calma aus Lemberger und Cabernet und Merlot mit Fülle und intensiver Frucht.
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Schlossgut Hohenbeilstein, 71717 Beilstein, Hartmann Dippon
16 ha, Naturland, DE-Öko 005, VDP
Eberhard Dippon hatte das Gut 1959 mit Hilfe seiner ganzen Großfamilie übernommen. 1990 übernahm Hartmann Dippon mit seinen Winzererfahrungen aus Kalifornien, Frankreich und Neuseeland das Gut von seinem Vater und stellte es aus innerer Überzeugung direkt auf ökologischen Anbau um. In Württemberg war er ein Biopionier. 1994 erfolgte die Zertifizierung durch Naturland.
2018 erhielt das Gut die Mundus Vini Auszeichnung „Bestes deutsches Bioweingut“. Dippon arbeitet biologisch aus Liebe zur Natur und aus Verantwortung für kommende Generationen – er ist Vater von 4 Kindern. Seine Weine sieht er als unverwechselbares Spiegelbild der Natur, gewachsen auf gesunden Böden und eingebettet in den Lebenskreislauf im Weinberg.
Inzwischen ist eines der Kinder, Sohn Joscha, Techniker in Weinbau und Oenologie, bereits in das Team eingestiegen und übernimmt mit Herzblut die Kellerarbeit auf dem Schlossgut. Seine Frau Silke ist für Social Media und das Online Marketing zuständig.
Auf Gipskeuper und Mergelböden wachsen Trollinger, Lemberger, weiße und rote Burgunder, Muskattrollinger sowie die PIWIs Regent, Johanniter und Cabernet blanc.
Die wunderschöne Burg Hohenbeilstein ist umrahmt von terrassierten Steilhängen. Der Hohenbeilsteiner Schlosswengert gehört der Familie in Alleinbesitz. Die Riesling-Kollektion lässt keine Wünsche offen und hat noch weiter zugelegt. Der Weißburgunder ist extrem kraftvoll, und auch bei den Roten sind bereits die Basisweine gut. Die großen Gewächse vom Lemberger und Spätburgunder sind würzig und mit viel Substanz. Das Weingut schließt in Württemberg an die Spitze an.
Weingut Fürst Hohenlohe-Oeringen, 74613 Öhringen Verrenberg
28 ha, DE Öko-22, VDP, Deutsches Barriqueforum, HADES
Das 1253 gegründete Weingut findet sich in Familienbesitz, jetzt in 27. Generation und ist damit das älteste familiengeführte Weingut in Deutschland. Nach 2008 wurde auf biologischen Anbau umgestellt mit dann erfolgter Zertifizierung. Seit 2008 ist Joachim Brand der Betriebsleiter.
Der 17 ha große Verrenberg mit bis zu 45 Prozent Hangneigung ist eine Monopolage. Hier werden Riesling, Lemberger und Spätburgunder auf Keupersandstein und Muschelkalk angebaut. Als Mitglied der Hades-Gruppe gehört das Gut zu den Vorreitern des Barrique Ausbaus in Deutschland. Die Maischestandzeiten sind auf bis zu 36 Stunden verlängert, die Weine werden teilweise spontan vergoren.
Zwei Spitzencuvées werden traditionell produziert: „Ex flammis orior“ aus Lemberger, Cabernet Franc und Merlot mit Aromen von reifen sowie „In senio“ mit rauchigen tiefen Aromen aus Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Die Cuvées werden mit den gesondert vinifizierten und ausgebauten Weinen zusammengestellt.
Die Weine können vor Ort in dem zum Schlossgut gehörendem Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe zu einem Menü verkostet werden.
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Bioland-Weingut Im Hagenbüchle, Achim Stilz, 71384 Weinstadt
3 ha, Bioland
Die Tradition des Familienweingutes geht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Der Gewölbekeller des Gutes wurde um 1600 erbaut. Der Rebstock am Haus wurde um 1850 gepflanzt. Reinhold Stilz jr. kehrte schon 1960 vom konventionellem Anbau ab und nahm im Remstal die ersten Begrünungen der Weinberge vor. 1990 erfolgte dann die Zertifizierung durch Bioland.
In den lebendigen Weinbergen entwickeln sich Weine mit besonderem Charakter. Bereits 1992 wurden auf dem Gut die ersten PIWI-Reben angepflanzt. Der Erfolg hat sich aufgebaut. Inzwischen werden die PIWI-Sorten Merzling, Johanniter, Cabernet Blanc, Regent, Cal-04, Pinotin, Cabernet Carbon, Cabernet Cantor, Prior und Muscaris angebaut. Zielsetzung ist, die für die Region Besten zu finden.
Achim Stilz hat durch seine umfangreichen Erfahrungen mit PIWIS interessante Cuvées kreiert. Angeboten werden weiterhin Regent, Trollinger, Zweigelt, Pinotin, Monarch, Johanniter, Cabernet Blanc und Riesling.
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Weingut Klopfer, 71384 Weinstadt-Großheppach, Familie Klopfer
15 ha, Ecovin, Württemberger Weingüter
Seit 500 Jahren wird hier im relativ hoch gelegenen Remstal mit dem Weinanbau eine Familientradition gepflegt. Wolfgang Klopfer und sein Sohn Christian, der 2013 nach seinem Weinbaustudium in Neustadt und mit Auslandserfahrungen eintrat, leiten das Gut gemeinsam. Christian Klopfer hat die Arbeit im Keller übernommen. 2015 erfolgte die Zertifizierung bei Ecovin.
Die besten Lagen, teilweise Steillagen, sind Kleinheppacher Greiner und Großheppacher Steingrüble. Angebaut werden 20 % Riesling, 15 % Lemberger, 15 % Trollinger, 10 % Spätburgunder und 10 % Weißburgunder, 8 % Schwarzriesling sowie noch einige andere Sorten. Überwiegend erfolgt trockener Ausbau. Die Roten werden maischevergoren und im Holz ausgebaut, die weißen überwiegend im Stahltank.
Für das Projekt „Mauerpfeffer“ wurde der Jungwinzer Christoph Klopfer mit 26 Jahren zum württembergischen Jungwinzer des Jahres 2016 gekürt. Er hatte sich für den Erhalt einer extremen Steillage in einer schon seit 1000 Jahren bestehenden Kulturlandschaft entschieden, um dort mit horrendem Aufwand zwei völlig neue pilzwiderstandsfähige Reben – VB cal 1-22 und VB 91-26-29 – anzubauen. Der kräftige Rotweincuvée ist geschmacklich dem Sangiovese ähnlich. Da ist noch vieles zu erwarten.
Lauffener Weingärtner eG, Württembergische Genossenschaft, 74348 Lauffen am Neckar
Ecovin, DE-ÖKO jeweils für das Biosortiment
In Lauffen am mittleren Neckartal ist diese große Winzergenossenschaft mit 1200 Mitgliedern beheimatet. Sie ist eine der erfolgreichsten und größten in Deutschland. Auf 880 ha Rebfläche, davon 120 ha terrassiert, wird angebaut und dabei eine einzigartige Kulturlandschaft im Neckartal erhalten.
60 Prozent der Weine werden direkt in Baden-Württemberg vermarktet. Die Reben gedeihen in der sonnendurchfluteten Neckarschleife bei Lauffen sehr gut. Die Weine der Lage Katzenbeißer, der größten Einzellage Baden-Württembergs, auf hitzespeichernden Muschelkalk- und Keuperböden konnte sich früher nicht jeder leisten. Sie riss ein größeres Loch in die Geldkatze, der damaligen Geldbörse.
Angebaut werden Gewürztraminer, Grauburgunder, Kerner, Müller-Thurgau, Lemberger, Muskateller, Riesling, Spätburgunder, Trollinger, Weißburgunder, Schwarzriesling und Acolon. Acolon ist eine Kreuzung aus Lemberger und Dornfelder mit tiefdunkler Farbe und dezenten Gerbstoffen sowie feinen Fruchtaromen.
Erster Kellermeister ist Michael Böhm, Marian Kopp ist Geschäftsführer, Dietrich Rembold Vorstandsvorsitzender. Sie freuen sich über jährliche Absatzsteigerungen von bis zu 7 Prozent. 2018 wurde ein Umsatz von 22 Millionen Euro erreicht, mit positiver Überschussbilanz.
Erfreulich ist der Ausbau des Bioweinsegments. Durch die breite Marktposition werden Bioweine auch nicht bio-orientiertierten Weinverbrauchern nahegebracht. Eine Reihe der Genossenschaftsmitglieder bearbeitet ihre Weinberge nach Richtlinien von ECOVIN oder Demeter. Die Bioweine werden in einem eigenen Segment, der Edition Robert Gradmann, mit etwa 100.000 Flaschen/Jahr vermarktet. Robert Gradmann (1855-1950) war Theologe, Bibliothekar und Pflanzenkundler, er hat die Wissenschaft der Ökologie mitbegründet.
Weingut Schäfer, Karin und Reinhard Schäfer, 71711 Steinheim-Kleinbottwar
5 ha, Ecovin, DE-ÖKO-003
Die Familie Schäfer hat im Weinbau eine lange regionale Tradition. Das Familienweingut im malerischem Bottwartal, zwischen Stuttgart und Heilbronn gelegen, wurde in der jetzigen Form 1981 gegründet. Traditionelles Winzerhandwerk trifft hier auf Moderne.
Seit Jahrhunderten wachsen an diesem Ort auf Keuperböden klassische Rebsorten wie Traminer und Samtrot. Die Rebstöcke erhalten eine ausgeprägte, mit Freude durchgeführte Pflege. Artenreiche Begrünung und organische Düngung mit eigenem Kompost erhalten die guten Keuperböden mit gesunden Pflanzen. Sehr breite Rebgassen lassen die Württembergischen Rebsorten gut gedeihen. Die Devise ist: „Wir lassen die Weine einfach so werden, wie sie im Weinberg geboren wurden“.
Die Trauben werden sorgfältig selektioniert. Die Roten vergären auf der Maische und reifen in Eichenfässern, die Weißen gären in Edelstahltanks und teilweise in 300-Liter-Holzfässern. Es entstehen authentische Weine.
Angebaut werden die roten Sorten Spätburgunder, Samtrot, Lemberger, Merlot, Cabernet Dorsa Dornfelder, Trollinger. Bei den Weißen sind es Riesling, Silvaner, Grauburgunder, Sauvignon Blanc, Traminer, Rivaner und Johanniter.
Weingut Schäfer-Heinrich, 74074 Heilbronn, Elke und Andreas Hieber
16 ha, Ecovin, EU-Bio
1986 übernahmen Elke und Andreas Hieber das elterliche Weingut und stellten direkt auf ökologischen Anbau um. 1990 erfolgte die Zertifizierung durch Ecovin. Die Devise ist, dass Qualität die Wurzeln im Weinberg hat und nichts gegen die Natur Bestand hat. Standzeit auf der Maische, Zeit für spontane Gärung, Reifezeit sur lie und Lagerzeit im Holzfass – alles braucht seine Zeit.
Beste Lage ist der Heilbronner Stiftsberg. Konsequent werden jetzt Naturgewächse/Vin naturel produziert. In einem Gemeinschaftsprojekt mit Alexander Zülch wurden Vins Vivants produziert – spontan vergoren und ohne Schwefel. Jeder Genuss anders und eine Überraschung. Zu 70 Prozemt wird Rotwein angebaut. Der schwefelfreie Rotwein heißt „Was ist das“. Der Lemberger mit 3 Sternen vom Heilbronner Stiftsberg mit intensiver Frucht sowie der substanzreiche würzige Merlot mit 3 Sternen stechen hervor. Noch weitere Sorten werden angebaut: Samtrot, Regent, Cabernet Cubin und Cabernet Mitos, Kerner, Grauburgunder und Müller-Thurgau.
Sohn Lars ist nach seiner Ausbildung bereits in den Betreib als Kellermeister eingestiegen, Tochter Sarah hat Önologie in Geisenheim studiert. Die Zukunft ist gesichert.
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Weingut Schmalzried, Herrmann Schmalzried, 71404 Korb
10 ha, Ecovin, Demeter, DE-ÖKO-003
Auf dem Familienweingut aus Remstal werden schon über 100 Jahre die Weinberge rund um Korb bewirtschaftet. Bereits 1975 stellte Herrmann Schmalzried als erstes Weingut Württembergs auf ökologischen Weinanbau um, er war in diesem Zuge Mitbegründer des ECOVIN-Verbandes. Die Zertifizierung durch Demeter erfolgte 2010. Die Devise bleibt: „Der Natur zu liebe“. Die teilweise bereits 50jährigen Reben sind somit seit Jahrzehnten in einem gesunden Ökosystem gewachsen.
Die Weine haben Charakter und unverwechselbare Individualität, die Weinqualität ist hoch. 2018 erreichten die Weine beim Internationalen Bioweinpreis Gold und Silber.
Sohn Benedikt Schmalzried gründete 2012 seinen eigenen Betrieb im Betrieb, selbstverständlich auch mit biodynamischem Anbau.
Die Arbeit im Weinberg bleibt Handarbeit, der Weinausbau ist natürlich. Die Traubenlese erfolgt von Hand, bereits hier wird eine Selektion vorgenommen.
Die Weine werden größtenteils mit der weinbergseigenen Hefe vergoren. Die Roten durchlaufen nach schonendem Traubenaufbruch eine lange Maischegärung, die Weißen werden nach der Champagner-Pressmethode ausgebaut, mit langer kühler Lagerung auf der Feinhefe. Die Roten werden teilweise in Edelstahltanks und teilweise in Eichenholzfässern ausgebaut. Die neue junge Linie spiegelt moderne Vinifizierung auch im Flaschendesign wieder.
Der Ökoweinbau-Pionier erhielt 2016 den Preis Landbewirtschaftung, mit Betrachtung des gesamten Lebensraums der Rebe, von der Bundesstiftung für Umwelt.
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Weingut Schnaitmann, 70734 Fellbach, Rainer Schnaitmann
24 ha, EU-Öko, VDP
Seit über einem Jahrzehnt bearbeitet Rainer Schnaitmann seine Weinberge ökologisch, ganz früher hat er kurze Zeit – wie seine Eltern und Großeltern – die Traubenernte noch in der Winzergenossenschaft abgegeben. Nach seinem Önologiestudium in Geisenheim und einer Ausbildung bei Jürgen Ellwanger, dem württembergischen Zweigelt-Papst, stellte Schnaitmann den Betrieb auf eigene Vermarktung um.
Nicht nur die Nähe zu Stuttgart – Fellbach liegt in der Stuttgarter Vorortzone – führte zu einer heute noch wachsenden Fangemeinde, die in der hellen, kultigen Vinothek oft (leider bereits ausverkaufte) Weine verkostet. Mehrfach waren die Schnaitmann-Spätburgunder mit Himbeeraromen, eingebunden in Gerbstoffe, bei hochkarätigen Blindproben von Weinen aus der ganzen Welt unter den Besten oder sogar die Nummer Eins.
Ähnlich Schnaidmanns Sauvignon blanc, dessen Reben einen größeren Teil der Dornfelder-Reben ersetzt haben. Der Trollinger wurde ebenfalls durch weiße Reben ersetzt.
Die Weine werden spontan vergoren. Weiße werden im Stahltank oder Barrique, Rote im Holzfass ausgebaut. Die Lemberger werden extrem dicht und komplex, die weißen Burgunder erscheinen geschmeidig unkompliziert mit Charakter und die Rieslinge sind edel mineralisch.
Angebaut werden 25 % rote Burgunder, 15 % Lemberger, 10 % Merlot, 10 % Sauvignon blanc und 10 % Trollinger sowie ein kleiner Teil weiterer Sorten, wobei der Anteil an weißen Reben noch weiter steigt.
Der Fellbacher Lämmler bildet das qualitative Herzstück des Weingutes mit Burgundersorten, Lemberger und Riesling. Die Spätburgunderreben sind über 40 Jahre alt. Schnaidmann findet auch für neue Rebsorten immer den optimalen Standort, seine langjährige Erfahrung machen auch seine Ausnahmeweine zu besten
Überraschungen.
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Weingut Staib, Weingut Staib, 71384 Weinstadt
Bioland, DE-ÖKO-006
Das Familiengut, ein Mischbetrieb im Remstal, wurde bereits 1991 auf ökologischen Anbau umgestellt und von Bioland zertifiziert.
Angebaut werden Riesling, Johanniter, Spätburgunder und Regent.
Die Weine werden direkt im Hofladen vermarktet. Hier gibt es zusätzlich zum gemischtem Bioangebot immer mittwochs frische Biobackwaren.
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Weingut Stromberg-Zabergäu eG, Genossenschaft, 74336 Brackenheim
Ecovin (Für das Biosegment)
Die weißen Sorten Riesling und Cabernet Blanc, bei den Roten sind es Trollinger und Lemberger, werden als Bioweine jeweils trocken ausgebaut. Ebenfalls wird Secco in Bioqualität angeboten. Die Weine sind vegan und wurden bereits als EcoWinner prämiert.
Die Genossenschaft wird von 1150 Winzern rund um Stromberg und Heuchelberg getragen und ist damit die drittgrößte Winzergenossenschaft in Württemberg. Kellermeister sind Thomas Eberbach und Uwe Hirschmüller.
Bereits 1993 haben einige Mitglieder sich dem ökologischen Anbau verpflichtet. Durch die Führung von Bioweinen in dem reichhaltigen Sortiment der Genossenschaft mit breiter Marktpositionierung werden Bioweine auch neuen Kundenkreisen nähergebracht.
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Weingut Andreas Stutz, 74074 Heilbronn
20 ha, Ecovin, Demeter, DE-ÖKO-003
Die Familie Stutz ist seit Generationen im Weinbau tätig. 1994 übernahm Andreas Stutz das elterliche Weingut und stellte es auf ökologischen Anbau um. Andreas Stutz ist zudem Vorsitzender der Ecovin-Regionalgruppe Württemberg. Im Verlauf erfolgte 2003 in Konsequenz die ergänzend biodynamische Anbauweise mit Zertifizierung durch Demeter. Die Etikettierung erscheint aber weiterhin mit dem Ecovin-Emblem.
Natürliche Rebenstärkungsmittel, wie Gesteinsmehl, Hornkiesel und Algenextrakt kommen auf den begrünten Weinbergen zum Einsatz. Die Trauben sind handgelesen, für die Roten erfolgen die klassische Maischegärung als auch die Maische-Erwärmung. Die Weißen Trauben haben Standzeiten von bis zu 12 Stunden nach der Trennung vom Stilgerüst und werden dann abgepresst und bei maximal 18 Grad vergoren.
Die Lagen verteilen sich auf 40 Parzellen. Die Erfahrung führt zu einer optimalen Rebsortenwahl und bestmöglichem Umgang mit diesen mikroklimatischen Bedingungen. Renommierte Lagen sind Heilbronner Stiftsberg, Wartenberg, Staufenberg, Beilsteiner Wartberg und Willsbacher Dieblesberg.
Andreas Stutz und seine Partnerin Karolin Neugebauer bieten bereits eine breites Sortiment von PIWIS. Diese bekommen, wie auch die konventionellen Weine, immer wieder Auszeichnungen wie beispielweise „Bester Öko-Riesling Württembergs“.
Angebaut werden Riesling, Silvaner, Weißburgunder, Gewürztraminer, Grauburgunder, Spätburgunder, Trollinger, Dornfelder, Zweigelt und Lemberger. Die PIWIS finden sich im Cuvée Blanco mit Helios und Johanniter. Weiter angebotene PIWIS sind Muscaris, Cabernet Blanc, Solaris, Regent.
Der um 1910 gezüchtete Léon-Millot, ein tiefroter mediterraner Rotwein, der heute vorwiegend in Frankreich angebaut wird, wird in Deutschland nur bei Stutz angeboten – er benötigt keinerlei Pflanzenschutzmittel.
Die kräftigeren Rotweine werden in kleinen Barriques gelagert. Die Sekte werden nach traditioneller Methode im Weingut mit bis zu 18monatiger Reifezeit von Hand gerüttelt hergestellt. Spezialität ist ein nach Champagner-Methode hergestellter feinperliger Gewürztraminer-Sekt.
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Weingut Dietmar und Michaela Weinreuter, 74211 Leingarten
13 ha, Bioland, Ecovin
Das Familienweingut am Fuße des Heuchelbergs wurde 2009 von Dietmar Weinreuter, der seine Winzerlehre bei Drautz-Able und Salwey absolviert hat, auf ökologischen Anbau umgestellt. Die Zertifizierung erfolgte durch ECOVIN und Bioland.
Die Bodenfruchtbarkeit wird mit stickstoffbindenden Pflanzen gefördert, Unkräuter mit der Hacke entfernt. Die Devise ist: „Auch die kommende Generation soll die Früchte der Natur in vollen Zügen genießen können“. Ziel ist es, die Individualität eines jeden Jahrgangs zu erkennen. Seit 2011 werden Neubepflanzungen mit PIWIS vorgenommen, so dass auch biologische Pflanzenschutzmittel deutlich reduziert werden können.
Auf den Lagen Leingarten und Grafenberg mit warmen Keuper-Verwitterungsböden an den Ausläufern des Grafenbergs wachsen Lemberger, Riesling, Trollinger und auch PIWIS. Am Talheimer Schlossberg mit Lehmböden wachsen Samtrot, Spätburgunder, Schwarzriesling, Acolon und Cabernet Dorsa. Der Riesling vom Talheimer Sonnenberg mit Lösslehmauflagerungen prägt die Rieslinge dort besonders mineralisch.
Die Roten werden bis 26 Monate im Barrique ausgebaut. Der Samtrot ist eine Spezialität des Weingutes.
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WINO Biolandbau, Jürgen und Gabriele Winkler, 74336 Brackenheim
1 ha Weinanbau, 23 ha Obstanbau
Vor gut zwei Jahrzehnten übernahm Jürgen Winkler den elterlichen Weinbaubetrieb. Er gründete mit einem Kollegen das Biowein-Segment bei der Genossenschaft Weingärtner Stromberg-Zabergäu eG. Inzwischen sind es dort sechs ECO-Winzer.
Der ökologische Gedanke wird auf dem Gut nicht nur in der Landwirtschaft umgesetzt, es gibt hier eine große Photovoltaikanlage, Elektro-Autos und eine Pflanzenkläranlage. Die WINO-Produkte werden als „Biokiste“ oder „Grüne Kiste“ im Landkreis Heilbronn, Sinsheim und Mosbach direkt an die Kunden geliefert.
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Weingut Walter Zimmer, Walter und Stefanie Zimmer, 71394 Kernen-Stetten
ECOVIN, DE-ÖKO-022
Das Familienweingut betreibt Weinanbau seit 1615, in der jetzigen Form seit 1988. Walter Zimmer, gelernter Winzermeister, und seine Frau Susanne haben noch die Leitung inne. Tochter Stefanie Zimmer, Technikerin für Weinbau und Kellerwirtschaft, ist bereits die Betriebsnachfolgerin. Sie kreiert neue Weinstile, widmet sich aber auch dem Traditionellen. Sohn Fabian Zimmer steht als Praktikant in den Startlöchern.
Nachhaltigkeit im Anbau ist oberste Priorität, Ressourcen werden geschont.
Das Gut produziert individuelle Lagenweine. Spitzenlage ist der Stettener Pulvermächer, mit einzigartigen Weißweinen von Böden mit Keuper- und Schilfsandstein.
Die Weißen werden kühl vergoren und klassisch im Edelstahltank ausgebaut. Angebaut werden Riesling, Weißburgunder, Chardonnay, Gewürztraminer und Silvaner.
Fruchtige Rotweine kommen vom Stettener Mönchberg. Sie werden auf der Maische vergoren. Die Fruchtigen werden im Edelstahl ausgebaut, die Spezialitäten in Barriques.
Angebaut werden Spätburgunder, Trollinger, Samtrot, Lemberger, Zweigelt und Merlot.
In der gemütlichen Vinothek des Gutes können die Weine verkostet werden, im Sommer auf der Terrasse mit Blick auf die Stettener Weinberge und die Ruine der Yburg. In der Besenwirtschaft mit Gutsausschank werden typische schwäbische Speisen bereitet.
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Weingut Zimmerle, 71404 Korb, Jens Zimmerle
15 ha, EU-Bio, Faire-Choice-Siegel
Die Familie baute vor 300 Jahren Wein in Südtirol an, später dann im Remstal in Württemberg. 2016 übernahm Jens Zimmerle nach seinem Studium der Weinwirtschaft in Heilbronn und gesammelten Erfahrungen im Bordeaux das Gut von seinen Eltern.
Zwei Drittel sind Rotweine: 20 % Trollinger,15 % Lemberger,10 % Merlot, 10 % Spätburgunder, 5 % Zweigelt. Bei den Weißen sind es 25 % Riesling und 5 % Sauvignon Blanc sowie etwas Chardonnay und Grauburgunder. Beste Lage ist der Korber Berg.
Die Rotweine werden nach Saftabzug bis zu 4 Wochen auf der Maische vergoren und teilweise im Barrique ausgebaut. Die jugendliche Devise lautet: „Schwäbische Sorgfalt trifft auf französischen Esprit“ .
Die Weißen haben reintönige Frucht und Frische, die Roten sind konzentriert und fruchtintensiv. Besonders sind der Chardonnay Berg ohne Schwefel und der Triologie Rotwein trocken, ein gelungener kraftvoller, fruchtiger Cuvée aus Zweigelt, Merlot und Cabernet Sauvignon.
Die Kollektion 2018 und 2019 haben zugelegt. Jens Zimmerle plant bereits weitere Maßnahmen wie beispielsweise eine Optimierung der Gebäude durch einen Neubau am Ortsrand von Korb.
Tipps, Unternehmungen
Heidelberger Schloss
Bekanntester Residenzbau in Deutschland mit schönem Schlossgarten. Mehr als 1 Millionen Besucher im Jahr. Heidelberger Schlossfestspiele von Juni bis August.
www.schloss-heidelberg.de
Sehenswürdigkeiten entlang der Württemberger Weinwege Wandern/Rad/Auto
Hier finden sie u. a. Weinpanoramawege, einen Wein-Lese-Weg und auch eine Wein-Villa. Details zu Wander- und Radwegen mit Schwierigkeitsgrad und Dauer und Kartenmaterial sind aufrufbar.
www.weinwege-wuerttemberg.de
Europa-Park, 77977 Rust
Ganz Europa auf hochtechnischen Fahrgeschäften erleben mit 13 verschiedenen Themenbereichen auf 90 ha mit dem höchsten und schnellsten Spinning-Coaster weltweit.
www.europapark.de
Wutaschlucht, 79843 Löffingen
Der größte Canyon in Deutschland. Urlandschaft in einem abenteuerlichen Wildflusstal im Hochschwarzwald. 12 km, 5 Stunden auf Pfaden und wilden Steigen entlang rauschender Wasserfälle und auch stillen Forstwegen.
www.hochschwarzwald.de
Wilhelma in Stuttgart, 70173 Stuttgart
Einmalige Kombination von Historischem botanischen Garten und zoologischer Anlage
www.wilhelma.de
Kloster Maulbronn, 75433 Maulbronn
Die exzellent erhaltene ehemalige Zisterzienserabtei ist das Deutsche Vorzeigekloster überhaupt.Seit 1993 Weltkulturerbe der UNESCO.
www.maulbronn.de
Gastronomie
Wald- und Schloßhotel Friedrichsruhe, Waldschänke $$, Le Cerf $$$$
74639 Zweiflingen-Friedrichsruhe
Hier finden sich gleich 4 verschieden Restaurants, alle unter der Leitung von Boris Rommel. Er trägt seit 2017 den 2. Michelin-Stern. Die kulinarische Auswahl ist breit gefächert. Der Gast kann beispielsweise wählen zwischen einem 2-Sterne-Menue im eleganten Gourmet-Restaurant Le Cerf, dem Besuch der urigen Waldschänke mit Steakkarte oder einem klassischen Fondueabend. Auf der Weinkarte finden sich Bioweine aus dem eigenen Weingut Fürst Hohenlohe-Oeringen.
www.schlosshotel-friedrichsruhe
Marktwirtschaft $$
74254 Besigheim
In dem schönen Weinort Besigheim direkt am Marktplatz in altem Mauerwerk mit historischem Fachwerk, aber modernem Ambiente werden hier trendbewusste regionale Küche mit viel Liebe zum Detail angeboten und auch Kochkurse. Außentische vor dem Restaurant.
www.marktwirtschaft-besigheim.de
Bauerle Besen $
70736 Fellbach
Produkte aus eigenem nachhaltig wirtschaftenden Betrieb mit Themenessen an großen Holztischen. Rind: Januar bis März, Spargel: März bis Juni, Gans: Oktober bis Dezember. Eigener Wein
www.bauerle-fellbach.de
Zur Linde $$$
70567 Stuttgart
Schwäbische feine Küche in der renovierten ehemaligen Poststation. Kalbskutteln und Maultäschle.
www.gasthauszurlinde.de
Delice $$$$
70178 Stuttgart
Großes Menue in Bio-Qualität vom jungen Sterne-Küchenchef Benjamin Schuster im traditionellen edlen Gewölbekeller, die beste Weinkarte in Stuttgart und Umgebung präsentiert von Evangelos Pattas
www.restaurant-delice.de
Rose $$$
74321 Bietigheim
Klassische Wandholztäfelung wird von modernen Sitzoptionen in grau und blau ergänzt. Regionale Speisen mit Aromen der Welt werden von dem jungen Sterneteam um Benjamin Maerz angeboten.
www.hotel-rose.de